TSV 1892 Heiligenrode e.V. - Skiabteilung

Geschichte

Es begann alles am Nikolaustag des Jahres 1975

Zwar waren einzelne Läufer im Rahmen der Trimmbewegung schon seit Jahren im Kaufunger Wald unterwegs, nun aber ergriff die Turn- und Leichtathletikabteilung des TSV Heiligenrode die Initiative und lud die Niestetaler Bürgerinnen und Bürger zum 1. Lauftreff am Nikolaustag 1975 zum Parkplatz hinter dem Sensenstein (Tannenhütte) ein. 25 Freizeitsportler folgten diesem Aufruf trotz schlechten Wetters, unter ihnen auch der damalige Bürgermeister Ludwig Hofmann, der trotz eisigen Windes und Nieselregens mitmachte.

Erster Lauftreffwart wurde Franz Schätz, der heute noch als Wanderwart in der Skiabteilung tätig ist. In den ersten 3 Jahren, von 1976 bis 1978, traf man sich regelmäßig einmal pro Woche im Niestetal, später dann am Mühlenberg. Inzwischen vertrat Ernst Jäger als Lauftreffwart die Belange der Läufer gegenüber dem Vorsitzenden der Turn- und Leichtathletikabteilung Gerhard Becker. Schon in dieser Phase der Laufbewegung in Heiligenrode wurde eine Veranstaltung in eigener Regie organisiert. Zum Frühjahrsauftakt wurde die Bevölkerung zum „Trimm-Trab ins Grüne“ aufgerufen. Diese beliebte Aktion wurde in den ersten Jahren vom Parkplatz im Mühlenberg und seit 1984 vom Grillplatz Viehberg aus gestartet.

Ab 1980 erweiterte die Laufgruppe ihr Angebot um eine weitere Dauerleistungsvariante: den Skilanglauf. Nicht nur regionale Wettbewerbe sahen die Laufgruppenmitglieder am Start, besonders die Großveranstaltungen im Schwarzwald oder Harz reizten jährlich zum Kräftevergleich.

Nach sorgfältiger Vorbereitung wagten sich die Laufgruppenmitglieder im Sommer 1981 an die Organisation einer läuferischen Großveranstaltung: den ersten Heiligenröder Abendlauf. Der bei den Volksläufern der Region beliebte Rundkurs durch Heiligenrode ist mittlerweile zu einer festen Größe in der nordhessischen Laufszene geworden.

Immer zahlreicher wurden nun die Starts bei Volks- Straßen- Marathon- und Bahnläufen  im Sommer und immer erfolgreicher die Teilnahme an Skilangläufen im Winterhalbjahr. Die konsequente Aufbauarbeit der Lauftreffgruppen – ein besonderer Verdienst des „Laufvaters“ Erich Dettmer – löste einen Lauftreffboom in Heiligenrode aus.

Diese Entwicklung führte im November 1982 zu der Überlegung, alle Dauerleistungssportler in einer neuen Abteilung zusammenzufassen. Die Vergangenheit hatte nämlich gezeigt, dass zu viele unterschiedliche Sportarten wettkampfmäßig nicht ohne Konflikte innerhalb der Turn- und Leichtathletikabteilung betrieben werden konnten. Gerhard Becker, der nach 10 jähriger Tätigkeit als Vorsitzender der TULA sein Amt niedergelegt hatte, wurde beauftragt, in der Jahreshauptversammlung des TSV am 15.01.1983 die Gründung einer Skiabteilung zu beantragen. Die Versammlung akzeptierte die 3 Begründungen: den weiteren Ausbau des Lauftreffs zu forcieren, die Volkslaufbewegung und die gezielte Leistungsförderung im Langstreckenbereich zu fördern und den Skilanglauf als besondere Variante des Dauerleistungssports zu integrieren, und stimmte der Gründung einer Skiabteilung zu.

Am 10.02.1983 wurde ein kommissarischer Vorstand gewählt, dem folgende Laufkameraden angehörten:

Abteilungsleiter: Gerhard Becker

Stellvertr. Abteilungsleiter: Gerhard Strippel

Schriftführer: Franz Schätz und Thomas Kiehlborn

Kassierer: Erich Dettmer und Bernd Winzenborn

Pressewart: Manfred Landgrebe.

In den folgenden Jahren änderten sich zwar hin und wieder Zeit und Ort des Lauftreffs. Auch die Teilnehmerzahl und –Zusammensetzung war mancher Schwankung unterworfen. Eines blieb jedoch immer konstant: die Begeisterung einiger weniger Verantwortlicher, die trotz vieler Rückschläge immer wieder zum gemeinsamen Joggen im Mühlenberg oder Niestetal aufriefen; die häufig den Finger hoben, wenn der Lauftreff zu einem Renntreff umfunktioniert werden sollte. Einer der hartnäckigsten Mahner war Erich Dettmer, der immer bemüht war, Lauftreff und Leistungstraining säuberlich zu trennen. Er selbst wurde in dieser Zeit in seiner Altersklasse Hessischer Meister im 25-km Straßenlauf, bewies aber andererseits größte Geduld mit dem langsamsten Läufer seiner Lauftreffgruppe. Mit der Fertigstellung des Stadions an der Wilhelm-Leuschner-Schule eröffneten sich nun ideale Möglichkeiten für den Trainingsbetrieb. Die Distanzen von 1.500 bis 10.000 Meter erfreuten sich von nun an großer Beliebtheit. Diese Entwicklung führte 1985 zur Ausrichtung der Heiligenröder Bahnlaufserie (3.000 m, 5.000 m, 10.000 m, Stundenlauf).  Diese Veranstaltung lockte nicht nur Breitensportler sondern auch die Spitzenathleten der Region auf die schnelle Kunststoffbahn. Ständig zunehmende Teilnehmerzahlen stellten in den vergangenen Jahren große Anforderungen an die Organisationsfähigkeit des Abteilungsvorstandes und den Einsatzwillen der Mitglieder.

Eine neue, attraktive Sportart, der Triathlon, faszinierte ab 1985 einen großen Teil der Aktiven. Schwimmen, Radfahren und Laufen bestimmten die Wechseltrainingseinheiten unter der Leitung von Rudi Tille, der noch im Juni des Jahres 1985 den ersten vereinsinternen Vergleichswettkampf initiierte, um noch weitere Abteilungsmitglieder für diese kraftraubende Sportart zu gewinnen. 

Die Marathondistanz von 42,195 km zog Jahr um Jahr mehr Heiligenröder  Langläufer in ihren Bann. Es waren in den Anfangsjahren nur einige Unentwegte, die das intensive Training für diese Königsdisziplin aller Läufe aufnahmen und in der Region z.B. beim Sensenstein-Marathon starteten. Erst der Reiz, bei einem großen Stadtmarathon dabei gewesen zu sein, sorgte für schnell wachsende Teilnehmerzahlen. München, Bremen, Hamburg, Essen, Duisburg, Frankfurt und Berlin waren die Meilensteine der ständigen Jagd nach persönlichen Bestzeiten oder – für viele ebenso wichtig – des Gefühls, dabei gewesen zu sein oder sich selbst überwunden zu haben. Das herausragendste Marathonereignis in der noch jungen Geschichte der Skiabteilung war die Teilnahme am Berlin-Marathon am 16.10.1986. Dieses Wochenende wird den 30 Abteilungsmitgliedern unvergessen bleiben. Wenn man bedenkt, dass 5 dieser Läufer ihren ersten Marathon bestritten (Joachim Rolle, Volker Göbel, Jürgen Palt, Sascha Düe und Peter Dallmann) kann man die Leistung gar nicht hoch genug werten. Vielleicht trägt auch das neue Stadion in Heiligenrode zu diesem Laufboom bei. Gerhard Beckers Zeit von 2:35:15h ist heute noch Vereinsrekord.

In den vergangenen Jahren haben Heiko Noll und Stefan Selzer die magische 3-Stunden Grenze unterschritten. Olaf Katzer verfehlte sie nur knapp.

Die Zahl der Grün-Weißen,  die sich an Volksläufen von 5-25 km beteiligten, wuchs ständig. Seit dem Bestehen einer Serienwertung wurde von April bis Oktober um die begehrten Punkte gekämpft, um bei der Endabrechnung möglichst unter die ersten 50% des Jahrgangs oder gar auf das Siegertreppchen zu gelangen. Aus ehemaligen Lauftreffmitgliedern waren im Laufe der Jahre Straßen-, Cross-, Bahn- und Volksläufer geworden, die den regionalen Vergleich nicht zu scheuen brauchten.

Bei allen Leichtathletikdisziplinen gibt es Schallmauern. Beim 25 km Straßenlauf zum Beispiel ist die Zeit von 1:40 h und beim Marathonlauf die 3-Stunden-Grenze ein begehrtes Ziel. Eine beachtliche Zahl unserer Athleten unterschritten gerade auf diesen beiden langen Strecken diese Leistungsbereiche. Bei den Stadtmarathonläufen mit 7.000 bis 20.000 Teilnehmern führte diese Leistungsdichte dazu, dass die Heiligenröder Teilnehmer sowohl in der Einzel- als auch in der Mannschaftswertung in der Regel in den ersten 20% zu finden waren. Hervorzuheben ist noch, dass Erich Dettmer und Hans Göbel  im Alter von 65 Jahren im Hamburg und  Heinz Bettenhausen im Alter von 70 Jahren unter den schwierigen Bedingungen des Sensenstein-Marathons ihre Bestmarken setzten.

Die Freunde des weißen Sports hatten in den vergangen Jahren nicht allzu oft Gelegenheit, ihr Können in Nordhessen unter Beweis zu stellen. Viele Läufe in der Region fielen dem Schneemangel zum Opfer. So mussten die Skienthusiasten der Abteilung an den „schneefreien“ Wochenenden größere Entfernungen zurücklegen, um belaufbare Loipen vorzufinden. Sie starteten z.B. beim Sauerlandmarathon, beim Braunlager Marathon, beim Bruchberglauf bei Altenau/Harz, beim König-Ludwig-Lauf bei Oberammergau, beim Arber-Marathon, beim Balderschwanger-Skimarathon, beim Wasalauf, bei der Marcia-Longa im Fassatal in Südtirol, beim Ganghofer Lauf im Leutaschtal, beim Seniorenweltcup in Seefeld/Tirol und dem Schwarzwälder Skimarathon von Schonach nach Hinterzarten.

Bei Nordhessencupläufen am Hirschberg, auf dem Meißner, im Sauerland und im Habichtswald waren die Skilangläufer nur selten am Start. Häufige Absagen der Veranstalter und Neuansetzungen brachten den Terminkalender immer wieder durcheinander. Oft wurde dann eine Veranstaltung in einem schneesicheren Gebiet einem Lauf in der Region vorgezogen.

Das skisportliche Großereignis für die Abteilung wurde in den achtziger Jahren der Schwarzwälder Skimarathon. Zählte die Heiligenröder Delegation 1983 noch 10 Personen, traten nun jährlich circa 30 Personen unter der Leitung von Gerhard Strippel die Reise in das Naturfreundehaus Küferhäusle bei Schönwald an. Auf der 60 km – Distanz schafften Thomas Kiehlborn und Sigfried Wenzel durch Laufzeiten unter 5 Stunden den Sprung in die Rennläuferklasse. Dieser schwerste mitteleuropäische Langlaufwettbewerb bedeutete für alle Starter die größte Herausforderung der Saison. Um besser vorbereitet von Schonach nach Hinterzarten zu gelangen wurden Rollerski angeschafft. Dieses Trainingsgerät kann den Schnee nicht ersetzen; es ist aber in unseren Breiten ein unverzichtbares Hilfsmittel, um den Vorteil derer etwas auszugleichen, die schon wesentlich länger in der Loipe trainieren konnten.

Die Verantwortlichen der Skiabteilung waren in den vergangenen Jahren nicht nur bemüht, ihren Mitgliedern die Teilnahme an Skilanglauf-, Lauf- und Triathlon-Wettbewerben zu ermöglichen. Sie organisierten auch selbst zahlreiche Veranstaltungen. Neben den an anderer Stelle schon erwähnten Heiligenröder Abendlauf, der Bahnlaufserie und dem Triathlon „Rund um den Sensenstein“ sind dies:

  • Der Rollski-Berglauf
  • Der Viehberg-Crosslauf
  • Der Mühlenberg-Orientierungslauf
  • Der Laufbiathlon in Zusammenarbeit mit dem Schützenverein Freundschaft.

Immer mehr Teilnehmer starten am längsten Tag des Jahres zum Sommernachtslauf. Von der Mündung der Nieste bis zum Quellgebiet am Bilstein (643 m) quält man sich über 21 km bergan.

Dem Trend der Zeit folgend wurde 1991 erstmalig eine Mountain-Bike-Tour gestartet. Möglichst alle „Steine“ in Ost-West-Richtung sollten abgefahren werden: Sichelnstein, Sensenstein, Steinberg, Mühlenstein, Habichtsstein, Bilstein, Ludwigstein, Hanstein. 

Für den Zusammenhalt in der Abteilung sorgten neben den sportlichen Aktivitäten die gesellschaftlichen Ereignisse wie der jährliche Rosenmontagslauf, die Maibowlenfeier, der Silvesterempfang nach dem Silvesterlauf in Kaufungen sowie die monatlichen Wanderungen mit Wanderwart Franz Schätz, der Herkuleslauf, der Almauftrieb und die Feuerzangenbowle.

Anlässlich des 100jährigen Bestehens des TSV Heiligenrode demonstrierte die Skiabteilung beim Festzug, beim Stadionfest und bei diversen Ausstellungen die Vielseitigkeit ihrer Dauerleistungsaktivitäten. Erstmals wurde Volker Goebel in diesem Jahr zum Pressewart gewählt. Dieses Amt hat er mit großer Professionalität jahrelang ausgeübt und tut das noch immer. Er hatte neben dieser Tätigkeit aber auch noch zum Training so viel Zeit, dass er in Frankfurt den Marathon in 2:55 h bewältigen konnte. Leider hatten die Verantwortlichen der Abteilung in dieser Zeit zunehmend Probleme, die Läufer der Skiabteilung offiziell zu Leichtathletikmeisterschaften anzumelden. Die Lösung des Problems: Man wurde Mitglied in der LG Heiligenrode/Kaufungen. Später wurde die Abteilung selbst Mitglied im HLV und hatte dadurch wieder die entsprechenden Start-Rechte.

Die gestiegenen Ausgaben für die Wettkampftätigkeiten, läuferische Vergnügen wie Herkuleslauf, Steinberghauslauf und Sommernachtslauf, die Jahresfahrten z.B. nach Paris, Amsterdam oder Wien, die Wanderungen mit Franz Schätz um den Harz, auf den Rennsteig oder dem Barbarossaweg, die Tagesfahrten nach Essen, die Rhön oder nach Heiligenrode bei Bremen oder die Skilehrgänge in Oberhof veranlassten die Kassierer Anne und Jürgen Palt in Abänderung des Spruch von Vorgänger Erich Dettmer: „die Kasse ist kerngesund“ zu der Aussage: „die Kasse ist noch gesund“. Und das ist sie auch heute noch.

1995 trat Gerhard Strippel als stellvertretender Abteilungsleiter zurück. Dieses Amt übernahm Volker Goebel, der es auch heute noch ausübt.

Fest in das Jahresprogramm eingefügt wurde der „Crosslauf im Viehberg“. Er ist auch heute noch der läuferische Auftakt in die Saison. Ebenfalls in diesem Jahrzehnt wurde der 1. Laufbiathlon in Zusammenarbeit mit dem Schützenverein Freundschaft veranstaltet. Auf einer Pendelstrecke in Richtung Uschlag wurde vom Schützenhaus aus gelaufen. Anfangs schoss man noch mit Kleinkaliber-Gewehren. Nach diversen Fehlschüssen auf benachbarte Scheiben entschloss man sich schnell die gefahrlosere Variante mit dem Luftgewehr zu bevorzugen.

Im Stadion wurde eine der nicht mehr benötigten Asylantenhütten aufgestellt. Sie wurde von allen Stadionnutzern als Verkaufsraum genutzt.

Die Mountainbike-Tour „Rund um das Kasseler Becken“ mit Übernachtung auf dem Dörnberg war das Highlight für alle, die ihrem Körper sonst nichts gönnen.

1997 war das Jahr von Michael Fehr. Jahrelang vertrat er die grünweißen Farben in der Region. Er schaffte es zum fünften Mal in Folge den Nordhessencup in seiner Altersklasse zu gewinnen und zusätzlich wurde er Sieger des Kassel Marathons. Mittlerweile hat er über 600  Wettkämpfe erfolgreich für den Verein bestritten.

Auf Initiative des Gesamtvorstands wählte die Abteilung eine Frauen-Wartin. Marina Düe, bereits Schwimmtrainerin, übernahm dieses Amt und erfüllte es mit Leben.

Als die Gemeinde Niestetal die Holzhäuser im Park dem TSV anbot, griff man zu. Nach umfangreichem Umbau wurde dieses Domizil in idyllischer Lage jahrelang für Feierlichkeiten und Sitzungen genutzt. Nach dem Umbau des Stadiongebäudes stand uns nun ein großer Raum für Anmeldung, Siegerehrung und Verköstigung zur Verfügung. Vorbei war die Zeit, in der Kuriere die Ergebnisse vom Stadion zur Grundschul-Turnhalle bringen und die Wettkämpfer von einem Veranstaltungsort zum anderen „umziehen“ mussten. Die geänderte Strecke in der Gemarkung und die Stadionrunde machten die Läufe für die Zuschauer attraktiver.

Die bei allen Aktiven sehr beliebte vereinsinterne Wertung „Galopper des Jahres“ wurde auf Initiative des Sportwarts Wilfried Unger durch eine „Handicupwertung“ ersetzt. Nicht mehr die besten Nordhessencup-Ergebnisse bildeten die Grundlage der Wertung, sondern die prozentual größten Leistungssteigerungen in der Saison. Die immer wiederkehrenden Namen auf dem Wanderpokal - Paul Döring, Gerhard Becker, Michael Fehr, Jürgen Palt – wurden nun abgelöst durch diejenigen, die im jahresverlauf nicht an vorderster Stelle der Berichterstattung standen. Erster Gewinner dieses „Handi-Cups“ wurde Kurt Mielau.

Leider musste die Teilnahme am Schwarzwald Skimarathon über 60 km von Schonach nach Hinterzarten mit Übernachtung im Küfertshäusl und die sehr beliebten Skilehrgänge in Oberhof oftmals wegen Schneemangels abgesagt werden. Schade!

Das neue Jahrtausend begann mit einem Paukenschlag: Als erster Aktiver absolvierte Ulrich Mielau den Ironman-Triathlon in Roth, dem später noch der Hawaii-Ironman folgen sollte. Jahre später schaffte dieses Kunststück noch Wolfgang Schier, der in Frankfurt und Klagenfurth/Österreich mehrfach erfolgreich war.

Die Nordhessencup-Veranstalter gründeten den Verein „Nordhessencup e.V.“, um die Durchführung dieser erfolgreichen Laufserie zu vereinheitlichen. Nach wie vor laufen bei Armin Hast aus Breitenbach alle Fäden zusammen.

Die Entwicklung im IT-Bereich machte auch vor unserer Abteilung nicht halt. Die Erfassung und Auswertung aller Daten bei der Bahnlaufserie und beim Abendlauf erfolgt nun durch Computer. Vorbei die Zeiten, dass ein 20köpfiges Gremium Zeiten, Namen und Platzierung zuordnete.

Die Mehrtagesfahrten der Abteilung wurde ab 2001 von Tagesfahrten (z.B. zur Grube Messel, Zeche Zollverein in Essen, Hainich und in die Rhön) abgelöst.

Eine neue Dauerleistungs-Variante – das Nordic-Walking – wurde von Uwe und Manfred Landgrebe aus der Taufe gehoben. Ebenfalls Manfred war es, der den Anstoß zur Teilnahme am Arber-Rad-marathon gab. Dort konnte man zwischen Strecken von 60 km, 120 km oder 240 km wählen.

2003 wurde ein Fest im Gemeindezentrum gefeiert: 20 Jahre Skiabteilung! Bei großartiger Stimmung wurde getanzt, gelacht und über Vergangenheit und Zukunft geschnuddelt.

Weil im Veranstaltungskalender zu Beginn des Jahres noch ein Termin frei war, traf man sich von nun ab jährlich zur MTB-Kirschblütenfahrt nach Witzenhausen.

Das Jahr wurde immer mit einer Weihnachtsfeier im Schützenhaus, verbunden mit Schieß- oder Eisstockschieß-programm beendet. Heute wird diese Tradition durch die adventliche Feuerzangenbowlenfeier fortgesetzt. Das Laufjahr wird traditionell mit der Teilnahme am Kaufunger Silvesterlauf beendet.

30 Jahre Abendlauf in Heiligenrode war der Anlass zur Durchführung eines Jubiläumslaufs auf der alten Strecke (mit dem „Knüppel) durch den Ort. Viele Anwohner säumten wie bei den ersten Läufen die Strecke und sorgten für die unverwechselbare Heiligenröder Atmosphäre.

Die Feierlichkeiten „40 Jahre Gemeinde Niestetal“ veranlasste die Abteilungsverantwortlichen zu einem Lauf mit Symbolcharakter aufzurufen. Die Strecke für einen Staffellauf mit Start und Ziel am Gemeindezentrum führte durch beide Ortsteile. Alle Vereine und Verbände wurden zur Teilnahme aufgefordert. Der Staffellauf wurde ein voller Erfolg und für Läufer und beide Ortsteile ein unvergessenes Erlebnis.

Neben den sportlichen Aktivitäten hatten die Mitglieder auch ihre handwerklichen und organisatorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Der Aufenthaltsraum im Stadion wurde neu gestaltet und die Großveranstaltung „Siegerehrung Nordhessencup“ wurde zum wiederholten Male im Gemeindezentrum durchgeführt.

2011 verstarb das Gründungsmitglied der Skiabteilung, der langjährige Laufwart und Kassenwart, unser „Laufvater“ Erich Dettmer im Alter von 92 Jahren. Er lebte nach dem Motto der Laufpapstes Prof. v. Aarken „Programmiert auf 100 Jahre“. Er war uns ein Vorbild und väterlicher Freund. Wir werden ihn nicht vergessen.

Nach 30 Jahren als Vorsitzender der Skiabteilung stellte sich Gerhard Becker 2012 nicht mehr zur Wahl. Schon von Beginn der Laufbewegung an (06.12.1975) war er als Organisator und auch als Aktiver maßgeblich an der Entwicklung dieser Abteilung beteiligt.

Jürgen Dieterich als Abteilungsleiter und Volker Goebel als sein Stellvertreter mussten von nun an die vielfältigen Aufgaben der Abteilungsführung bewältigen. Eine neue Vorstandsstruktur soll ihnen die Arbeit erleichtern: der geschäftsführende Vorstand besteht aus dem 1. und 2. Abteilungsleiter, dem Kassenwart, dem Schriftführer und dem Sportwart berät und entscheidet in kurzen Intervallen. Der erweiterte Vorstand wird ergänzt durch die „Fachwarte“ der einzelnen Teilbereiche und wird beratend 2-3-mal im Jahr zusammengerufen.

Jahrelang hieß es im Advent: auf zum Ratzeburger Adventslauf! Die lange Anreise und zum Teil auch die oft schlechten Witterungsverhältnisse zwangen zum Umdenken. Im Oktober 2016 waren nun Weimar und der dortige „Zwiebellauf“ erstmals Ziel einer Fahrt. Eine gelungene Änderung. Ebenso vom Gänse-Essen bei „Almeroths“ in Niederkaufungen musste sich verabschiedet werden. Ein hervorragender Ersatz fand sich in der Gaststätte „Tresor“ in Oberkaufungen. Der 2 km längere Anmarsch schreckte die Läuferinnen und Läufer nicht.

Der Aufruf zur Teilnahme an der Aktion „Fit durch den Winter“ von Laufwart Tino Mergard fand regen Zuspruch. In mehrere Leistungsgruppen wird 2-3-mal wöchentlich unter fachlicher Anleitung gelaufen. Die in den vergangenen Jahren stagnierenden Läuferzahlen konnte dadurch nachhaltig erhöht werden.

In den 42 Jahren, vom 1. Lauftreff bis heute, haben viele Frauen und Männer durch ihre hingebungsvolle, ehrenamtliche Tätigkeit die Laufgruppe und Abteilung geprägt: Paul Döring, Erich Dettmer, Gerhard Strippel, Angelika und Gerhard Becker, Siegfried Wenzel, Manfred Landgrebe, Heinz Mühlhausen, Kurt Mielau, Anneliese und Walter Speck, Hans Goebel, Marina Düe, Conny Reiss, Anne und Jürgen Palt, Volker Goebel, Harald Nagel, Thomas Kiehlborn, Michael Fehr, Rudolf Tille, Klaus-Peter Tröbs, Olaf Nolte, Susanne und Jürgen Dieterich, Ulrich Fack, Jörg Bettenhausen, Mario Schön, Stefan Kessler, Andreas Völker, Ute Pormetter, Willi Malkomes, Petra und Wolfgang Eger, Wolfgang Schier, Tino Mergard und Sandy Bittner.

Eine Person jedoch war in all den Jahren ein Muster an Beständigkeit: Franz Schätz

Im März 2015, so nachzuschlagen im legendären Wanderbuch, in dem alle Tages- und Wochenend-Wanderungen mit Teilnehmerzahl, Streckenlänge und besonderen Vorkommnissen verzeichnet sind, war die Wandergruppe des TSV Heiligenrode 500 mal (!) unterwegs. Am 21.04.1968, die Gruppe war noch Bestandteil der Turn- und Leichtathletikabteilung, führten Anni und Otto Seidel die Wanderer zum Bilstein. Seit der 84. Wanderung am 15.01.1978 leitete Franz Schätz die Gruppe und hat in 38 Jahren 420 mal seine Mitstreiter zusammengerufen. Nach dem Jubiläumsjahr 2017 möchte Franz die Wanderstabsführung in jüngere Hände legen. „Wenn ich dann noch kann“, so der Ausspruch dieses bayerischen Urgesteins in der letzten Jahreshauptversammlung.

Im Februar 2018, zu seinem 80 Geburtstag, steht dann sicher zum letzten Mal in den Niestetaler Nachrichten: „Treffpunkt 9:30 Uhr Gemeindeturnhalle. Fahrt zum Umschwang. Streckenlänge 18km. Einkehr – wenn geöffnet, sonst Rucksackverpflegung – in der Bilsteinbaude.“ So oder so ähnlich könnten sich seine Wanderfreunde diese Abschlussaktion vorstellen. Franz Schätz soll uns ein Beispiel sein und uns die Richtung für die Zukunft weisen:

„Im Verein ist Sport am Schönsten, in der Skiabteilung des TSV am Allerschönsten!“

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35 Jahre Heiligenröder Abendlauf

Der 1. Heiligenröder Abendlauf wurde am 20. August 1981 um 19:30 Uhr gestartet. Die Laufgruppe der Turn- und Leichtathletikabteilung des TSV Heiligenrode hatte im Rahmen der Sport- und Kulturwoche des 3. Heiligenröder Volksfestes die Lauffreunde/innen der Region nach Heiligenrode eingeladen.

Geplant war, diese Veranstaltung alljährlich anlässlich von Volks- und Schützenfesten stattfinden und zu einem festen Bestandteil des Laufangebots im „Kasseler Osten“ werden zu lassen.

Der Abendlauf hat nun schon dreieinhalb Jahrzehnte überdauert!

Vom Festzelt an der Karl-Marx-Straße aus wurden die Teilnehmer auf den 2,5 km langen Rundkurs geschickt. Schüler und Jugendlichen (je eine Klasse) hatten 2,5 km – also eine Runde – zu absolvieren, Frauen (4 Klassen) und Männer (5 Klassen) mussten sich viermal über den berüchtigten „Knüppel“, der sich etwa in der Mitte des Rundkurses befand, quälen. Zum Duschen und Umkleiden wurden die Einrichtungen der Sporthalle der Wilhelm-Leuschner-Schule genutzt, da das Stadion erst 4 Jahre später zur Verfügung stand.

Auch der 2. Heiligenröder Abendlauf war Mittelpunkt einer Großveranstaltung: 90 Jahre TSV Heiligenrode – 10 Jahre Gemeinde Niestetal. Anmeldung, Siegerehrung und Bewirtung der Gäste fand erstmalig in der Gemeindeturnhalle statt. Später, nach Fertigstellung des heutigen Umkleidehauses, konnte auf „die kleine Halle“ verzichtet werden. Die Startklassen der Schüler und Jugendlichen wurden erweitert.

Im „Vor-Computer-Zeitalter“ änderten sich die Melde-, Zeiterfassungs- und Auswertungsverfahren die ersten 5 Jahre nicht. Die damaligen Möglichkeiten wie Ablesen und Notieren der Laufzeit, Startkarten- bzw. Startnummernzuordnung, Auswertung am runden Tisch, Festlegung der Ranglisten in den Altersklassen, Ergebnislistenfertigstellung mit bis zu 6 Schreibmaschinen und das handschriftliche Anfertigen der Urkunden erforderten ein reibungsloses Funktionieren des Teams.

Wie beim ersten Lauf erhielt noch jeder Teilnehmer eine Urkunde, darüber hinaus konnten sich die Klassensieger – die Klassen waren im 10 Jahresrhythmus aufgeteilt – noch über Pokale und Sachpreise, die Gesamtsieger und teilnehmerstärksten Gruppen und der zeitschnellste Niestetaler über Wanderpokale freuen. Die ersten vier Läufe wurden dominiert von Britta Ringk, Angelika Stephan, Udo Engelbrecht, Rainer Gutschank sowie Thomas Hahn.

1983 wurde aus der Laufgruppe der Turn- und Leichtathletikabteilung die eigenständige Skiabteilung im TSV.

In 1984 schlossen sich die Veranstalter OSV Vellmar, LC Marathon 80 Rothenburg, LG Kaufungen, TSV Heckershausen, TG Wehlheiden, TSV Heiligenrode und der Ski-Club Meißner Eschwege zur „Nordhessischen Abendlaufserie“ zusammen. Die Seriensieger und      -Siegerinnen wurden nach der DLV „1000 Punkte Wertung“ ermittelt. 5 von den 7 angebotenen Läufen kamen in die Wertung. Die erste Abschlussveranstaltung mit der Siegerehrung fand in Sontra statt.

1985 war es endlich soweit: Das neue Stadion war ab jetzt Dreh- und Angelpunkt des Wettkampfgeschehens. Die neue Strecke wurde durch Herausnahme des „Knüppels“ entschärft. Durch eine Erweiterung Richtung Autobahn war die Runde nun 3 Kilometer lang und musste dreimal gelaufen werden.

Die Abendlaufserie wurde nach nur zwei Jahren bereits 1986 vom „Nordhessenpokal“ abgelöst, der wiederum in 1987 in „Nordhessen-Cup der Brandkasse“ umbenannt wurde. 15 nordhessische Veranstalter schlossen sich zu einer Pokalwertung zusammen. Für die folgenden Jahre war der rührige Werner Glöckner von der LTG Fuldabrück für diese hessenweit einmalige Einrichtung zuständig. Im Vereinsheim der LTG wurden in den nächsten Jahren die Durchführungsbestimmungen (Klasseneinteilungen, Werbung, Orga-Läufe, Streckenlänge – anfangs wurden nur 10 km angeboten – Siegerehrung, Neuaufnahme neuer Veranstalter etc.) beschlossen, die teilweise noch heute gültig sind.

Die Auswertung erfolgte erstmals per Computer. Die Ergebnisse mussten nicht mehr durch Eilboten nach Melsungen zu Sportfreund Büttner gebracht werden. Seit 1987 gibt es eine Serienwertung über 5 km für Schüler/innen, über 10 km für Jugend und Erwachsene und ein Langstrecke für Männer und Frauen.

1992, der TSV Heiligenrode feierte sein 100jähriges Jubiläum, erweitere die Skiabteilung ihr Angebot um die 1000-Meter-Distanz für Schülerinnen und Schüler sowie einen Halbmarathon, der auf einem zweimal zu durchlaugenden Rundkurs durch die Gemarkung zu absolvieren war.1993 änderte die Serienwertung ihren Namen in „Nordhessen-Cup der Hessisch-Thüringischen Brandversicherungsanstalt Kassel-Erfurt“.

In 1998 beschlossen die Mitglieder der Skiabteilung den 3-km-Asphaltkurs durch eine 5 km Strecke in der Gemarkung zu ersetzen. Eine Verlegung in die Natur war organisatorisch einfacher zu managen, denn Straßensperrungen, Anwohnerbenachrichtigungen und Genehmigungsverfahren entfielen. Der Bambini-Lauf über eine Runde, die 1000m Läufe der Schüler/innen und die Zwischen- und Endrunde der 5, 10 und 18,6 km, kommentiert von Stadionsprecher Manfred Landgrebe und Abteilungsleiter Gerhard Becker, ersetze die Straßenlaufstimmung der letzten Jahre. Dem allgemeinen Trend folgend wurde ab 2004 eine Nordic-Walking-Strecke über 5 km als Rahmenveranstaltung ohne Wettkampfcharakter angeboten. Ab 2009 bietet die Skiabteilung den zusätzlichen Organisatorenlauf nicht mehr an.

35 Jahre waren die Mitglieder der Laufgruppe bzw. der Skiabteilung bemüht, den Läuferinnen und Läufern der Region ein guter Gastgeber zu sein und alle Bedingungen optimal zu gestalten. Einladungen – anfänglich noch in Handarbeit hergestellt – mussten verteilt, die Strecke vermessen und ausgeschildert, das Kuchenbuffet, Speisen und Getränke organisiert und Auszeichnungen (Urkunden, Pokale und Sachpreise) bereitgestellt werden. Das Räderwerk der Veranstaltungsmaschinerie sollte möglichst ohne nennenswerte Stockungen laufen. Dank moderner Computertechnik – hier ist das Ende der Entwicklung noch nicht abzusehen – sind Zeiterfassung, Auswertung und Urkundenanfertigung im Vergleich zu den ersten Läufen wesentlich schneller erledigt. Die Ergebnisweitergabe an Teilnehmer, Vereine und an die Zentrale des Nordhessencups – Armin Hast in Breitenbach – erfolgt mit einem Mausklick!

2010 lud der Vorstand der Skiabteilung, in dessen Reihen nur noch 5 Personen der Laufgruppe des ersten Jahres (Franz Schätz, Siegfried Wenzel, Manfred Sommer, Manfred Landgrebe und Gerhard Becker) verblieben waren, die Bevölkerung Niestetals sowie alle Vereine und Verbände zu einem zusätzlichen Jubiläumslauf auf der alten Dorfstrecke mit „Knüppel“ ein.

35 Jahre im Einsatz für die Laufbewegung in unserer Region.

Wir sind stolz auf die geleistete Arbeit! Nach wie vor hat der Heiligenröder Abendlauf einen guten Klang: die Teilnehmerzahlen sind stabil auf hohem Niveau. Diesen Erfolg haben wir den Mitgliedern unserer Abteilung, dem Vorstand und allen Abteilungen des TSV, der Gemeinde Niestetal, dem Deutschen Roten Kreuz, der freiwilligen Feuerwehr Niestetal, der Sport- und Kulturgemeinschaft Niestetal und den vielen Sponsoren zu verdanken. Ohre ihre beispiellose Unterstützung wäre die 35jährigen Erfolgsstory „Heiligenröder Abendlauf“ nicht möglich gewesen.

Hoffentlich kann bei den folgenden Heiligenröder Abendläufen mit der gleichen Unterstützung und ähnlichem Enthusiasmus gerechnet werden, dann wird diese Erfolgsgeschichte noch lange fortgesetzt.

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30 Jahre Bahnlaufserie in Heiligenrode

1985 wurde das neue Stadion in Niestetal-Heiligenrode eingeweiht. Ein Traum war für die TSVer in Erfüllung gegangen. Schon 1984 hatten die verantwortlichen der Skiabteilung die Durchführung einer Bahnveranstaltung auf der schnellen Kunststoffanlage ins Auge gefasst. Das zugehörige Genehmigungsverfahren gestaltete sich aber als fast unüberwindliches Hindernis. Durfte doch eine Skiabteilung eines Vereins keine DLV-Läufe veranstalten!

Erst nach langen, intensiven Gesprächen mit den Vertretener des DLV-Kreises sowie den Vorständen der Turn- und Leichtathletikabteilung des TSV und der LG Kaufungen wurde die Skiabteilung Mitglied der „LG Heiligenrode/Kaufungen“ und dem eigenverantwortlichen Ausrichten von Leichtathletikveranstaltungen stand nichts mehr im Wege.

Am Freitag, den 25.09.1985, fiel endlich der Startschuss zum 3000 Meter Lauf der 1. Heiligenröder Bahnlaufserie. Der 5000 m Lauf  (02.10.), der 10.000 m Lauf (09.10.) und der Stundenlauf (23.10.) sahen schon in ihrer ersten Auflage spannende Wettkämpfe der Aktiven der gesamten Region. Für den Ausrichter waren diese ersten vier Läufe ein „Pilotprojekt“, denn unter der besonders kritischen Beobachtung der DLV-Aufsicht durften keine Fehler passieren!

Die Grundeinstellung der Verantwortlichen basierte auf der Überlegung, nicht nur für Spitzenathleten der Region diese Bahnserie zu veranstalten, sondern allen Mitgliedern eines dem DLV angehörenden Vereins und allen Altersklassen die Teilnahme zu ermöglichen.

Durch ein spezielles Einwahlverfahren mit der Vorgabe von Richtzeiten war es möglich, relativ leistungshomogene Startgruppen zu bilden. Vom Volksläufer bis zum Lauf der „Asse“ hatte jeder die Chance in seinem Lauf persönliche Bestzeiten, die Qualifikationsnorm für eine Meisterschaft oder einen Platz in der Bezirks- oder Landesbestenliste zu erreichen. Auch die Rahmenbedingungen sollten für eine Wiederkommen im nächsten Jahr sorgen: die Laufkommentierung durch Manfred Landgrebe; die Musikauswahl, die legendären „Heiligenröder Brötchen“ und nicht zuletzt die umsichtige Betreuung durch das Veranstalterteam sollten den Aktiven diese Entscheidung erleichtern. Besonders beim Stundenlauf hatten die Rundenzähler eine große Verantwortung. Jede Runde musste auf dem Zählblatt abgestrichen und nach „Abschluss“ der 60 Minuten das mit dem Laufrad ermittelte Gesamtergebnis komplettiert werden.

Ständig war man in den Folgejahren bemüht, die Werbung zu intensivieren, die Durchführung zu optimieren und in der Urkunden-, Pokal-, und Sachpreisvergabe (z.B. Ahle Wurscht) kreativ zu sein.

Der Erfolg blieb nicht aus! Läuferinnen und Läufer aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Hessen lernten diese hessenweit einmalige Veranstaltung  zu schätzen. Viele Bestzeiten wurden gelaufen, besonders in den Altersklassen wurden hervorragende Ergebnisse erzielt. Hervorzuheben ist der Europarekord von Gerhard Reidemeister (M70) über 10.000 Meter in 37:45,6 Min. Auch die Leitungen von Mira Sax, Angelika Stephan und Astrid Bardenheuer waren bestenlistenfähig.

Jürgen Palt brachte in den vergangenen 3 Jahrzehnten das Kunststück fertig, nicht nur zahlreiche Seriensiege im Nordhessen-Cup der Läufer und auch der Triathleten zu erringen, sondern er wurde auch mehrfacher Hessenmeister in diesen Disziplinen. 

Bei den ersten vier Läufen durften Frauen und Männer noch nicht gemeinsam starten. Diese Beschränkung wurde später aufgehoben. Ab 1992 musste man einen zweiten Stundenlauf anbieten. 1997 wurden erstmals Läufe für Schüler/innen ins Programm aufgenommen. Anfangs konnten nur die älteren Jahrgänge ihre Kräfte über 800m (w), 1000m (m) und 2000m (w+m) an zwei Abenden ohne Serienwertung messen.

2001 wurde zum Jahr der Erneuerung: der Stundenlauf war nach DLV-Beschluss keine Meisterschaftsdisziplin mehr. Der TSV nahm ihn aus der Serie ersetze ihn durch einen 1500m-Lauf. Ein dritter Schülerlauf für alle Altersklassen wurde eingebaut und eine Serienwertung eingerichtet.

Erstmals in 2009 wurde die Zeiterfassung elektronisch durchgeführt. Alle diese Umstellungen führten zu höheren Teilnehmerzahlen. Konnte man in der ersten Jahren 1800 bis 300 Starts verzeichnen, freuten sich die TSVer in 2009 über 546 Starts über alle Strecken.

Seit über drei Jahrzehnten heißt es nun schon: Jeden Mittwoch im September auf die Bahn nach Heiligenrode!

Jährlich hat der Vorstand der Skiabteilung die große Zahl der Helfer in den Zeitnahme- und Rundenzählteams, den Auswertungs- und Verköstigungsgruppen rekrutiert. Bisher ist dies ohne nennenswerte Schwierigkeiten gelungen. Dafür ein herzliches „Darke schön“ allen, die diese immense Aufgabe viermal im September schulterten. Dank auch an die Kreisaufsicht und für die guten Ratschläge aus den Reihen des Kreisvorstandes des DLV.

Ebenso wie bei der Durchführung des Abendlaufes sind wir auch bei der Organisation der Bahnlaufserie auf das Wohlwollen und die tatkräftige Unterstützung der Gemeinde und der Sponsoren angewiesen.

Viele kleine Mosaiksteine ergeben ein Ganzes! Wir hoffen, dass diese Mosaiksteinchen in ihrer Beschaffenheit, Form und Farbe das Bild der „Heiligenröder Bahnlaufserie“ weiter erstrahlen lassen und auch in Zukunft möglichst viele Läuferinnen und Läufer von ihm angezogen werden.